Einheilzeit bei Zahnimplantaten: Warum weniger nicht immer mehr ist…

stress_schwaecht_immunsystemNach dem Verlust eines Zahnes wünschen sich Patienten oft eine schnelle Versorgung der entstandenen Lücke. Doch wer sich für hochwertigen Zahnersatz auf Implantaten entscheidet, sollte auch auf eine fachkompetente Behandlung achten: Ein Therapieerfolg erfordert nicht nur Kompetenz, Erfahrung und sorgfältiges Arbeiten von Seiten des Arztes – manchmal braucht der Körper auch Zeit zum Heilen. Um deshalb ein optimales Ergebnis zu erzielen, sollte in vielen Patientenfällen eine angemessene Einheilzeit der Zahnimplantate (med. Osseointegration) eingeplant werden.

Einflussfaktoren auf die Implantatheilung

Der Heilungsprozess nach einer Implantat-OP trägt entscheidend zum Therapieerfolg bei. Das Implantat und der Knochen müssen zu einer festen Verbindung zusammenwachsen, um eine hohe Stabilität zum Tragen des Zahnersatzes sicher zu stellen. Die optimale und notwendige Dauer der Einheilzeit ermittelt der Implantologe während der Behandlung. Unterschiedliche Faktoren spielen hier eine Rolle:

  • Oberflächenbeschaffenheit des Zahnimplantats:
    Die Beschaffenheit der Implantat-Außenfläche steht im direkten Kontakt mit dem Knochen und trägt wesentlich zur Heilung bei. Im Moment wird die Oberflächenform je nach Material – von der Rauigkeit bis hin zur Beschichtung – stets verbessert.
  • Medizinische Vorbedingungen:
    War bereits im Vorfeld genügend Knochenmaterial vorhanden und konnte deshalb auf einen Knochenaufbau (Augmentation) verzichtet werden, kann die Behandlungsdauer und die Implantatheilung verkürzt werden.
  • Messergebnisse während der Behandlung:
    Anhand von Röntgenbildern und Festigkeitstests erhält der Behandler Aufschluss über die Knochenbeschaffenheit und Stabilität des Implantats im Knochen.
  • Anzahl der eingesetzten Implantate:
    Je nachdem wie groß die Zahnlücke ist, variiert die Anzahl der benötigten Zahnimplantate, wodurch sich die Belastung durch den Zahnersatz und der Druck beim Kauen unterschiedlich verteilen.

Auch das Zahnfleisch muss heilen

Nach der Implantation gibt es zwei verschiedene Varianten der Zahnfleischheilung die unterschiedliche Vorteile versprechen: Bei einer geschlossenen oder gedeckten Einheilung wird das Zahnfleisch über der Implantat-Schraube vernäht und ist damit bei der Heilung vor äußeren Einflüssen geschützt. Bei der offenen Einheilung dagegen setzt der Zahnarzt eine sichtbare Verschlussschraube auf das Implantat, einen sogenannten Zahnfleisch- oder Gingivaformer. Dadurch ist eine spätere Implantat-Freilegung, eine chirurgische Anpassung des Zahnfleisches an den aufzubringenden Zahnersatz, nicht notwendig. Beide Methoden versprechen ähnliche Behandlungserfolge.

Welche Variante gewählt wird, entscheidet Ihr Behandler aufgrund der individuellen Mundsituation des Patienten. Um aber einen Implantatverlust nicht zu riskieren, sollte dem Körper genügend Zeit für den Heilungsprozess gegeben werden. Weitere Informationen zur Implantatheilung erhalten Sie in der Oralchirurgisch Zahnärztlichen Gemeinschaftspraxis Dr. Fichna & Kollegen in Ansbach!

 

Geschrieben am: 05.05.2015
Kategorien: Implantologie, Schlagwörter: