Chirurgische Parodontaltherapie
Nach heutigem Kenntnisstand beruht die Erkrankung des Zahnhalteapparates (Parodontitis) auf dem Vorkommen spezieller Bakterienarten. Diese bilden einen differenzierten Biofilm auf der Zahnwurzeloberfläche und verursachen durch die Produktion von Abfallstoffen (Endotoxine) eine Abbau des parodontalen Gewebes. Als Folge davon zeigt sich eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparates in Kombination mit Zahnlockerungen oder sogar Zahnverlust.
Wir bieten Ihnen die Möglichkeit über spezielle Gensonden- und Markertests diese Bakterienarten zu bestimmen. Im Zuge der chirurgischen Parodontaltherapie lässt sich dann durch eine gezielte antibiotische Therapie eine Keimzahlreduktion erreichen. Dieses ist für eine Regeneration des parodontalen Gewebes förderlich.
Lässt sich verlorengegangenes parodontales Gewebe wieder aufbauen?
Ja, heutige Techniken erlauben es parodontales Gewebe in gewissem Umfang wieder aufzubauen.
Eine Möglichkeit besteht darin Schleimhautdefekte durch entsprechende Schleimhaut- oder Bindegewebstransplantate abzudecken. Dabei handelt es sich um körpereigene (autologe) Transplantate die wir in der Regel aus Ihrer Gaumenschleimhaut entnehmen und dann an entsprechender Stelle wieder einbringen. Die Einheilzeit dieser Transplantate beträgt durchschnittlich 7 Tage.
Eine weitere Möglichkeit ist das Auffüllen knöcherner parodontaler Defekte mit Schmelzmatrixproteinen
(Emdogain ®) und synthetischem Knochenersatzmaterial (Hydroxylapatite und ß-Tricalciumphosphate). Dabei sorgen die Schmelzmatrixproteine für eine spezielle Oberflächenbeschaffenheit der Zahnwurzeloberfläche, so dass sich wieder körpereigene Fasern und Knochenzellen anlagern können, das synthetische Knochenersatzmaterial dient als Leitschiene für die körpereigenen Zellen und wird im Verlauf der Heilung resorbiert.
Die Indikationen für einen gewebefördernden Eingriff werden im Vorfeld ausführlich mit Ihnen besprochen.


